Während US-Präsident Donald Trump seine Bombenflugzeuge gegen die Infrastruktur Irans schickt, steigen in Deutschland die Preise an den Tankstellen in neue Höhen. In der Region Trier wurde am Mittwoch sogar ein Dieselpreis von mehr als 2,50 Euro berichtet. Am Freitag lag der durchschnittliche Preis für Super bei 2,31 Euro, für Diesel bei 2,28.
Damit schwindet auch die letzte Erinnerung an den Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung vorübergehend die Auswirkungen des Iran-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus auf die Treibstoffpreise gedämpft hatte – durch eine Verringerung der erhobenen Steuer.
Die fällt aktuell wieder besonders auf, denn es ist Feriensaison, und viele Deutsche stellen jenseits der deutschen Grenze fest, dass andernorts das Benzin weitaus günstiger ist. In Österreich kostet das Benzin 1,69, in Polen sogar nur 1,59. Den Rekord hält Spanien mit 1,54.
Nach dem Ende des Tankrabatts am Monatsersten waren die Spritpreise sofort wieder auf mehr als zwei Euro pro Liter gestiegen, obwohl durch die Waffenruhe zwischen den USA und Iran zu diesem Zeitpunkt die Ölpreise auf dem Weltmarkt noch relativ entspannt waren. Und in den letzten Tagen sind sie erneut deutlich gestiegen: Anfang Juli lag die Sorge Brent noch bei 71,56 US-Dollar pro Barrel, inzwischen steht sie bei 87,48.
Das ist immer noch ein gutes Stück unter dem Maximum von Ende April, als es 122,43 Dollar waren; aber da es aktuell nicht so aussieht, als würde der Iran-Krieg enden, ist ein weiterer Anstieg alles andere als ausgeschlossen. Und nachdem der Gaspreis an den des Erdöls gekoppelt ist, steigen auch die Gaspreise wieder, was die Aussichten für die Industrie weiter verschlechtert.
Zuletzt war sogar die Inflation nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leicht zurückgegangen, weil die Energiekosten eben der Hauptmotor waren; im April lagen die Großhandelspreise noch um 6,3 Prozent über jenen des Vorjahres, im Juni waren es nur noch 4,9 Prozent. Die Folgen des wieder aufgeflammten Konflikts könnten das zunichte machen.
Die Deutschen hätten das Vergnügen steigender Benzinpreise vermutlich auch ohne geopolitische Spannungen gehabt, weil sie jedes Jahr zur Feriensaison steigen. Aber diesmal treffen eben gleich drei Faktoren aufeinander: die frische Erinnerung an die Preise während des Tankrabatts, die üblichen Preissprünge zur Ferienzeit und die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf den Ölpreis.
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