
Die erste Chemie-Olympiade bringt eine deutsche Medaille
Nein, es geht nicht um ein chemisches Gegenstück zur Mathematik-Olympiade. Das Ganze nennt sich Enhanced Games, fand in Las Vegas statt und soll Sportwettkämpfe zeigen, bei denen Doping legal ist.
Die Veranstalter waren von den Ergebnissen enttäuscht – die Weltrekorde purzelten nicht im Stundentakt, nur ab und zu wurde einmal ein stehender Weltrekord übertroffen (wobei die Bestzeiten ohnehin nicht anerkannt werden): Der Weltrekord über 50 Meter Freistil wurde von dem Griechen Kristian Gkolomeev um 0,07 Sekunden unterschritten, was ihm zum Preisgeld von 250.000 US-Dollar noch eine Prämie von rund einer Million einbrachte.

Bei insgesamt nur 42 Teilnehmern war aber auch nicht allzuviel zu erwarten. 38 von ihnen haben acht Wochen lang gedopt, unter medizinischer Betreuung. Mancher Sportkritiker mag sich fragen, worin da der Unterschied zum regulären Sport liegt, bei dem es oft darum geht, welche Mittel und welche Länder dem Internationalen Olympischen Komittee gerade genehm sind. In manchen Mannschaften finden sich erstaunlich viele diagnostizierte Asthmatiker. Und wenn man sich an die letzten Olympischen Spiele erinnert, bei denen Transfrauen in diversen Sparten mitmischen konnten, sind die "Enhanced Games" geradezu erfrischend ehrlich.
Immerhin, die Deutschen konnten ausnahmsweise mal wieder zufrieden sein. Einer der beiden deutschen Teilnehmer, der Schwimmer Marius Kusch, sicherte sich den Sieg im Schmetterling, unterbot dabei jedoch nur seine persönliche Bestzeit, aber keinen Weltrekord.
Diese Art der Spiele müsste eigentlich wie gemacht sein für deutsche Siege. Immerhin sind eine ganze Reihe der Drogen, die für Leistungssteigerungen genutzt werden (wie auch die meisten der übrigen Drogen), deutsche Erfindungen. Salbutamol, das Asthmamittel, das die ganzen Asthmakranken der normalen Wettbewerbe gebrauchen, ist eine Ausnahme – das hat ein Brite erfunden. Aber Amphetamine und Anabolika beispielsweise sind so deutsch wie Kokain, Heroin und Aspirin.
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